Spartipps: Versicherungen

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Zusammenfassung

Deutschland ist das Land der überversicherten. Im Schnitt besitzt jeder Deutsche fünf verschiedene Versicherungen. Die meisten Versicherungen sind nicht unbedingt notwendig.
#Tipp 1: Versichere dich nur in Bereichen, die im Schadensfall existenzbedrohend sind!

#Tipp 2: Diese Versicherungen sind sinnvoll
– Haftpflichtversicherung
– Berufsunfähigkeitsversicherung
– Risikolebensversicherung

#Tipp 3: So kannst du bei Versicherungen sparen
– Selbstbeteiligung vereinbaren
– Jährliche Abbuchung einrichten
– In günstigeren Tarif oder Versicherungsanbieter wechseln
– Partner in der Privathaftpflicht mitversichern
– Kfz-Versicherung: Fahrerkreis einschränken & Werkstattbindung akzeptieren

Unnötige Versicherungen sind ein großer Kostenfaktor ohne Vorteil. Und selbst bei notwendigen Versicherungen gibt es eine Menge Spartipps die es zu beachten gilt.

Das wichtigste was du bei dem Thema Versicherungen im Kopf behalten solltest ist: Versichere dich in den Bereichen, die im Schadensfall Existenzbedrohend sein können. Alle anderen Versicherungen sind zunächst einmal nicht so wichtig und sollten nur bei Bedarf abgeschlossen werden.

Im Folgenden findest du Tipps welche Versicherungen du wirklich benötigst und worauf du beim Versicherungsabschluss achten solltest.

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Welche Versicherungen benötige ich?

Laut GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) hat der durchschnittliche Deutsche fünf Versicherungsverträge. Mit 62 Millionen Verträge ist die Kfz-Haftpflichtversicherung die derzeit am meisten abgeschlossene Versicherung. Die private Haftpflichtversicherung und die klassische Kapitallebensversicherung folgen auf den Plätzen 2 und 3.

In den Top findet sich zudem:

Wer genau prüft ob eine Versicherung sinnvoll ist, kann mitunter viel Geld sparen.
  • Kfz-Vollkaskoversicherung
  • Schutzbrief
  • Auslandsreisekrankenversicherung
  • Rentenversicherung
  • Hausratsversicherung
  • private Unfallversicherung
  • Rechtsschutzversicherung

Im Jahr fallen so pro Kopf im Schnitt 2.600 Euro für die Versicherungen an – viele davon sind nicht existenzbedrohend. Welche Ereignisse sind so schädlich, dass sie einen finanziell ruinieren können. Dazu zählen:

  • Haftpflichtschaden
  • Berufsunfähigkeit vor der Rente
  • der eigene Tod, wenn im Haushalt Kinder oder pflegebedürftige Angehörige leben oder z.B. das Haus noch nicht abbezahlt ist

Daraus ergeben sich, wenn die aufgezählten Voraussetzungen zutreffen: Privathaftpflicht-, Erwerbungsunfähigkeits- und Risikolebensversicherung. Im Folgenden gehen wir auf die jeweiligen Versicherungen und deren Sparpotential ein.

Privathaftpflichtversicherung

Wer anderen unbeabsichtigt Schaden zufügt muss für den entstandenen Schaden aufkommen. Das betrifft nicht nur Bagatellschäden wie zerbrochenes Geschirr, sondern auch bei schweren Unfällen. Der Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung ist daher Pflicht!

Das wichtigste im Überblick:

  • Du haftest nach dem Gesetz, für alle Schäden die du anderen zugefügt hast. Und das in unbegrenzter Höhe!
  • Mitversichert ist bei der privaten Haftpflicht sogar die grobe Fahrlässigkeit. Ausgeschlossen sind jedoch Schäden die absichtlich verursacht wurden.
  • Die Versicherung deckt existenzbedrohende Forderungen ab und ist daher unverzichtbar.

Die Ursache kann bei Haftpflichtschäden noch so klein sein – am Ende zählt die Wirkung. Durch eine unglückliche Verkettung von Zufällen, kann jede noch so kleine Unachtsamkeit, zu verheerenden Folgen führen. In Deutschland haftet man übrigens nicht nur bei Verschulden. Es gibt zusätzlich noch den Tatbestand der Gefährdungshaftung. Diese wirkt unabhängig vom Verschulden. Ein kleines Beispiel: Dein freilaufender Hund ist unachtsam und läuft in ein vorbeifahrendes Fahrrad. Der Fahrradfahrer stürzt und bricht sich dabei die Hand. In diesem Fall übernimmt deine Haftpflichtversicherung die Folgeschäden.

Die Haftpflichtversicherung schützt dich nicht nur vor Unachtsamkeiten

Sobald ein Haftungsfall eintritt, zahlt die Haftpflichtversicherung. Daher ist sie unabdingbar. Außerdem vertritt sie im Zweifelsfall deine Rechte. Sie wehrt unberechtigte Haftungsansprüche gegen dich ab. Anders ausgedrückt – mit einer Privathaftpflichtversicherung hast du auch zusätzlich eine kleine Rechtsschutzversicherung, für Forderungen in denen du gar nicht haften müsstest.

Die Beste Nachricht zum Schluss: Die Privathaftpflichtversicherung ist schon für ein geringes monatliches Budget zu bekommen. Direktversicherer, die einen Onlineabschluss anbieten, sind besonders günstig. In der Regel kostet eine Versicherung zwischen 50 bis 100 Euro pro Jahr. Je nachdem ob du eine Selbstbeteiligung vereinbarst oder nicht.

Worauf du bei der Auswahl der Haftpflichtversicherung achten solltest:

  1. Mindestdeckungssumme von 15 Millionen Euro
  2. Ausfalldeckung: Dann übernimmt die Versicherung die Kosten, wenn der Schadens-Verursacher nicht zahlen kann und keine Haftpflichtversicherung besitzt
  3. Einschluss von Haftungsfällen bei Nachbarschaftshilfe, Gefälligkeiten und ehrenamtlichen Tätigkeiten
  4. bei Mietern: Absicherung bei Schlüsselverlust

Meine Empfehlung: AXA PHV-Tarf L* (Stand: Juni 2021)

  • Mindestdeckungssumme: 60 Millionen Euro
  • Ausfalldeckung enthalten
  • täglich kündbar
  • keine Selbstbeteiligung
  • versichert sind außerdem u.a. Schlüsselverlust im Beruf und als Mieter, Ehrenamtliche Tätigkeiten, Unbezahlte Hilfeleistungen

Berufsunfähigkeitsversicherung

Viele Glauben, dass es unwahrscheinlich ist, berufsunfähig zu werden. Gehörst auch du dazu?
Tatsächlich wird etwa jeder vierte im Laufe des Berufslebens berufsunfähig. Betroffen sind davon nicht nur die gefährlichen Berufe wie Dachdecker oder Bauarbeiter.

Die häufigste Ursache der Berufsunfähigkeit, sind nicht wie viele von uns annehmen, Unfälle sondern:

  • mit rund ein Drittel sind psychische Krankheiten wie Burnout und Nervenleiden die häufigste Ursache der Berufsunfähigkeit
  • auf Platz zwei folgen Erkrankungen des Muskel- und Skelettapparates
  • auf dem dritten Platz findet sich die Volkskrankheit Krebs wieder

Aus diesen Gründen ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung unbedingt empfehlenswert. Optimalerweise schließt du deine Versicherung bereits als Berufsanfänger oder Student ab, da die Beiträge mit dem Alter steigen. Außerdem zahlst du in jungen Jahren keine Risikoaufschläge, wenn noch nicht feststeht, welchen gefährlichen Beruf du eventuell später wählst. Zudem hast du als junger Erwachsener in den meisten Fällen noch keine Vorerkrankung, der eine Ablehnung durch die Versicherung zur Folge haben könnte.

Worauf du bei der Auswahl der Berufsunfähigkeitsversicherung achten solltest:

  1. Versicherung sollte bis zum individuellen Renteneintrittsalter zahlen
  2. Zahlt sobald eine Berufsunfähigkeit für mindestens sechs Monate vorliegt
  3. Die monatliche Rate sollte in etwa 80% des Nettobetrags; mindestens 1.000 Euro umfassen
  4. Zahlung ab einem Grad der Berufsunfähigkeit von 50%
  5. Verzicht auf eine Karenzzeit
  6. Ausschluss einer abstrakten Verweisung: Versicherung schreibt eine andere alternative berufliche Tätigkeit vor – so muss die Versicherung keine Berufsunfähigkeits-Rente zahlen

Meine Empfehlung für kaufmännisch Angestellte: Swiss Life (Stand: Juni 2021)

  • Verzicht auf abstrakte Verweisung
  • Nachversicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung
  • verkürzter Prognosezeitraum
  • Volle Leistung ab 50% Berufsunfähigkeit
  • Verlängerungsmöglichkeit bis Renteneintrittsalter
  • 127 Jahre Erfahrung als BU-Versicherer

Risikolebensversicherung

Was passiert wenn der Hauptverdiener in der Familie plötzlich stirbt? Dann steht die restliche Familie von heute auf morgen ohne Geld da. Oder das Eigenheim müsste verkauft werden, wenn es noch nicht abbezahlt wurde. Aus diesem Grund gehört eine Risikolebensversicherung zu den existenziell notwendigen Versicherungen.

Aber sie ist auch nur unbedingt notwendig, wenn eine der folgenden Kriterien vorliegt:

  • bei Kauf von einem Eigenheim – Banken nutzen Versicherung als Sicherheit für ihre Kredite
  • wenn es in der Familie einen Hauptverdiener gibt
  • bei Alleinerziehenden
  • wenn die Kinder noch minderjährig oder in der Ausbildung sind

Eine Risikolebensversicherung lohnt sich hingegen nicht, wenn du keine Hinterbliebenen hast, die nach deinem Tod versorgt werden müssen. Darunter fallen Singles, Studenten oder Auszubildende.

Worauf du bei der Auswahl der Risikolebensversicherung achten solltest:

Hier gibt es keine allgemeingültigen Regelungen, auf die man bei der Wahl der Versicherung achten sollte. Bei der Risikolebensversicherung kommt es auf die persönlichen Lebensumstände und das Vermögen an. Ich empfehle dir hierzu einen Versicherungsmakler aufzusuchen, der mehrere Anbieter von Versicherungen im Portfolio hat. Makler wissen zudem auch, welche Anbieter im Schadensfall ohne Probleme auszahlen und wo mit Schwierigkeiten zu rechnen sind.

Diese Versicherungen können in Einzelfällen auch sinnvoll sein

  • Kfz-Haftpflichtversicherung, bei Haltern von Autos
  • Tierhalterhaftpflichtversicherung, bei Hundebesitzern
  • Gebäudeversicherung, bei Immobilienbesitzern
  • Hausratsversicherung, bei wertvollen Einrichtungsgegenständen
  • Rechtsschutzversicherung, bei Personen die das Sicherheitsgefühl einer solchen Versicherung benötigen
  • Auslandsreisekrankenversicherung, bei Personen die öfter ins Ausland reisen
    • In Schengen-Staaten (darunter die meisten EU Länder) übernimmt im Krankheitsfall deine gesetzliche Krankenversicherung
    • Tipp: Falls du eine Kreditkarte hast, checke einmal deine Konditionen. Viele Kreditkartenanbieter haben bereits eine Reisekrankenversicherung im Vertrag inkludiert.
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Auf diese Versicherungen kannst du verzichten

  • Unfallversicherung: Diese Versicherung zahlt nur wenn ein Unfall vorliegt. Als Ersatz für die Berufsunfähigkeitsversicherung ist sie nicht geeignet, da nur in zehn Prozent der Fälle eine Berufsunfähigkeit auf einen Unfall zurückzuführen ist.
  • Krankenzusatz-, Pflegezusatz- und Zahnzusatzversicherung: Für gewöhnlich fallen monatlich hohe Gebühren für diese Versicherungen an. Bei Neuabschlüssen kommen lange Karenzzeiten hinzu. Zudem erhältst du bei einem schlechten Gesundheitszustand erst gar keine Zusatzversicherung.
  • Versicherung gegen häusliche Notfälle: Diese Versicherung übernimmt, wenn du den Schlüsseldienst holen musst oder ein Handwerker an einem Feiertag zu einem Notfall zu dir eilt.
  • Handy- und Elektronikversicherungen: Bei diesen Versicherungen kommt es häufig zu Versicherungsbetrug. Deshalb sind solche Policen auch sehr teuer, weil Anbieter auch die Betrugsfälle in der Kostenkalkulation berücksichtigen.
  • Ausbildungsversicherung für Kinder: Dies gehört zu den Kapitallebensversicherungen. Du sparst also Geld an für ein zukünftiges Ereignis (Ausbildung der Kinder). In diesem Falle stehen aber hohe Versicherungskosten einen niedrigen Zinssatz und anschließend Ertrag entgegen. Lege daher lieber ein Sparkonto für dein Kind an.
  • Sterbegeldversicherung: Auch hier gilt: die eingezahlten Prämien übersteigen den Betrag der später an Hinterbliebene im Sterbefall ausgezahlt wird.

Es gibt noch unzählige andere kleinere Spezialversicherungen, bei denen du kaum Vorteile hast, die Versicherung aber viel Geld daran verdient. Gehe bei deinen Versicherungen immer nach dem Prinzip vor: Versichere das, was existenziell wirklich wichtig ist.

Meine Spartipps für Versicherungen

Auch wenn du dich auf nur absolut notwendige Versicherungen beschränkst, können die Versicherungsbeiträge monatlich sehr aufs Geld gehen. Beachte daher folgende Spartipps, mit denen du die Beiträge deiner Versicherung verringern kannst:

Selbstbeteiligung vereinbaren

Die Prämien einer Versicherung lassen sich ganz einfach senken, indem eine Selbstbeteiligung im Schadensfall akzeptiert wird.
Mal angenommen du vereinbarst bei deiner Privathaftpflichtversicherung eine Selbstbeteiligung von 250 Euro. Dann weiß deine Versicherung, dass du nicht mit Bagatellschäden ankommst, sondern nur bei größeren Summen.
Eine Selbstbeteiligung ist bei sehr vielen Policen möglich. Nicht nur bei der Haftpflicht sondern auch bei der Kfz-Kasko oder Kfz-Teilkasko oder auch bei der privaten Krankenversicherung.

Auf jährliche Abbuchung umstellen

Bei vielen Versicherungen kannst du zwischen monatlicher, vierteljährlicher oder jährlicher Zahlung auswählen. Die meisten Anbieter belohnen die jährliche Abbuchung der Beiträge, da bei ihnen der Verwaltungsaufwand sinkt. Die Ersparnis bei einer jährlichen Zahlung kann zwischen 2 und 3 Prozent liegen.

Privathaftlicht: Partner mitversichern

Du bist mit deinem Partner zusammengezogen oder ihr habt geheiratet? Dann hast du die wichtigste Voraussetzung erfüllt um bei der Privathaftpflicht zu sparen: ein gemeinsamer Wohnsitz. Bitte einfach deine Versicherung deinen Partner in deine Police aufzunehmen. So spart ihr euch direkt einen Versicherungsbeitrag.

Kfz-Versicherung: Fahrerkreis einschränken

Du kannst bei deiner Kfz-Versicherung viel Geld sparen, wenn immer nur die gleichen Personen dein Auto fahren und diese bei der Versicherung hinterlegt sind. Besonders erhöhen junge und sehr alte Fahrer deinen Versicherungsbeitrag, da in diesen Altersgruppen vermehrt Schäden auftreten.

Kfz-Versicherung: Werkstattbindung akzeptieren

Werkstattbindung bedeutet, dass deine Versicherung bestimmen kann, in welche Werkstatt dein Auto bei einem Schadensfall kommt. Das ist vor allem dann eine Überlegung wert, wenn du kein Neu- oder Jahreswagen hast. Diese Klausel lohnt sich vor allem bei älteren Fahrzeugen. Denn der Versicherer hat feste Verträge zu bestimmten Werkstätten. Dadurch profitiert die Versicherung von kostengünstigen Reparaturen und der Versicherungsnehmer erhält dadurch einen Prämienrabatt.

Versicherungen wechseln

Einige von deinen Versicherungen erhöhen jedes Jahr den Beitrag? Oder die Police hält ihren Preis konstant, bei einem Neuabschluss würdest du aber viel weniger Prämie zahlen?
Dann vergleiche optimalerweise jährlich in den üblichen Vergleichsportalen deine Versicherung. Wechsel die Versicherung wenn es günstigere Anbieter gibt oder ruf deinen Versicherer an, wenn er inzwischen den Versicherungsbeitrag verringert hat und bitte um Umstellung auf den neuesten Tarif.
Gerade bei der Kfz-Versicherung kann so ein Anruf schnell eine große Ersparnis bedeuten. Die Wechselphase endet in der Regel bei den meisten Versicherungen zum 30. November.

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